Sächsische Landschaften

Das Elbtal — Sächsische Schweiz

Zoomsymbol Das Elbtal — Sächsische Schweiz

Das Elbtal zwischen Pirna und Meißen ist von Wein, Barock und Sandstein gesäumt. Seit Ewigkeiten fließt die Elbe von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang durch die liebliche Landschaft. Sie überflutete das Land, hinterließ Restgewässer, Sumpfgebiete und fruchtbare Lößböden.

Die Eiszeit kam und ging. Kein Mensch hatte Jahrtausende seinen Fuß dauerhaft an die Ufer des Elbestromes gesetzt. Bis heute verwandeln heiße Sommer die Elbe in ein jämmerliches Rinnsal, Tauwetter und Regengüsse in einen breiten, alles überschwemmenden Strom.

Doch vor ungefähr achttausend Jahren kamen Ackerbauer und ließen sich in den hochwasserfreien Gebieten nieder. Das Klima war angenehm und die Lößböden leicht zu bearbeiten.

In der Zeit der Völkerwanderung gingen die Germanen und die Slawen kamen. Sie nannten das offene Land zwischen Gauernitz und Pirna „Nisani“ – Niederung, Niederland.

Nach Norden und nach Süden hin begrenzten dichte Urwälder den Siedlungsraum.

Entlang der Elbe, seit Jahrhunderten ein viel genutzter Handelsweg, entstanden an Furten Handelsniederlassungen. Aus diesen entwickelten sich Städte: Pirna, Dresden, Meißen. Im Dorf Hosterwitz legten die Handelsleute Rast ein. Untiefen im Fluss zwangen die Schiffer, ihre Kähne abzuladen und von Bomätschern über diese Stellen von Land aus ziehen zu lassen. Das alte Fischerdorf gab Herberge. In Gauernitz erinnern große Drei- und Vierseithöfe, die aus einem Rundling hervorgegangen sind, dass der Ort ursprünglich ein slawisches Fischerdorf gewesen ist.

Das Elbtal hinter Meißen

Zoomsymbol Das Elbtal hinter Meißen

Der Burgberg zu Meißen entwickelte sich mit der Ansiedlung eines Markgrafen, eines Bischofs und eines Burggrafen zum Machtzentrum in der Mark Meißen. Vor allem Fischerei, Obst- und Weinbau betrieb man am und auf dem Fluss.

Im Laufe der Zeit wechselten Güter ihre Besitzer.

Aus Burgen wurden Schlösser, eine Residenzstadt erblühte. Aus Fischerdörfern entstanden Sommerfrischen und Villenvororte. Das Dampfschiff und die Eisenbahn eroberten die Elbe und ihre Ufer. Im Elbtal siedelten sich viele verschiedene Industrien an. Vom Reiz des Tales ging dadurch nur wenig verloren. Heute leben im gesamten Elbtal ungefähr eine Millionen Menschen.

 
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Sächsische Landschaften

Im Georgenfelder Hochmoor

Zoomsymbol Im Georgenfelder Hochmoor

Seit ungefähr zwei Millionen Jahren arbeiten Wind und Wetter an der Pultscholle des Osterzgebirges, formen und zertalen das Gebirge. Vor 500.000 Jahren, während der Elstereiszeit zog sich über das Gebirge eine Tundra. Bis ins 11. Jahrhundert hinein waren die Höhen mit einem geschlossenen Waldgebiet bedeckt. Man nannte den Urwald mit Baumriesen und undurchdringlichen Dickicht „Miriquidi“. Nur auf den Kämmen hatten Moore Lichtungen gebildet.

Bei Rehefeld—Zaunhaus

Zoomsymbol Bei Rehefeld – Zaunhaus

Ab dem 12. Jahrhundert wagten sich Menschen in die Wildnis. Nach Silber- und Zinnerzfunden interessierten sich auch der Markgraf und der böhmische König für das undurchdringliche Gebiet. Als Zeichen der Inbesitznahme des Landes ließen sie Burgen errichten, in: Lauenstein, Frauenstein, Purschenstein, Rechenberg, Dohna, Dippoldiswalde, Sayda, Freiberg, Riesenburg und Geyersburg.

Holzäppelbäe vor dem Geisingberg

Zoomsymbol Holzäppel vor dem Geisingberg

Zisterziensermönche gründeten Klöster in Osek und Zella. Bergleute aus dem Harz folgten den Bauern. Jeder durfte nach Silber schürfen. Fand er welches, hatte er die Freiheit, eine Grube zu eröffnen. Der Markgraf forderte den zehnten Teil der Ausbeute. Der steinige Boden und vorallem das raue Klima bot nur begrenzte Erträge. Über Jahrhunderte hinweg warfen die Bauern die Steine zu Steinrücken auf, die die Felder vor Erosion schützten und zusätzliche Ernten von Vogelbeere, Wildapfel, Holunder und anderen Früchten bot.

Talsperre Lehnmühle

Zoomsymbol Talsperre Lehnmühle

Der Bergbau fraß die Wälder. Als um 1440 am Geisingberg Zinnerz gefunden wurde, war Holz schon knapp geworden. Am Anfang des 18. Jahrhunderts war der Wald in seiner Substanz gefährdet.

Bär, Wolf, Luchs und Auerochse waren ausgerottet. So nahmen Rothirsch und Rehe zu, die im Wald und auf den Feldern erhebliche Schäden anrichteten.

Die Wilde Weißeritz ganz still

Zoomsymbol Die Wilde Weißeritz ganz still

Als die Ausbeuten aus den Bergwerken zurück ging, griff Armut um sich. In Heimarbeit webten, flochten Stroh und schnitzten die Osterzgebirgler. Das Spielzeug und die Weihnachtsfiguren sollten weltberühmt werden. Die Schätze des Osterzgebirges wollen entdeckt werden, damals wie heute. Wer sich auf den Weg macht, wird nicht enttäuscht werden, denn vieles von damals findet sich noch und Manches von heute hat sich dazu gesellt.

 
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Sächsische Landschaften

Blick über die Lösshügel

Zoomsymbol Blick über die Lösshügel

Einen kleinen Teil des Mittelsächsischen Lösshügellandes nimmt das Meißner Lösshügelland ein. Es schließt sich an die Dresdner Elbtalweitung und den Dresden-Meißner Lössplateaurand an.

Die Elbe bahnte sich über Jahrtausende ihren Weg durch die Granit- und Syenitmassive. Beide uralte magmatische Gesteine aus der Zeit des Oberkarbon vor 300 Mio. Jahren bilden das Grundgebirge, auf das die Winde der letzten Eiszeit vor ungefähr 30.000 Jahren den Löss aufgeblasen haben.

Fruchtbares Land, fettes Land, altes Land. Seit Jahrtausenden mehr oder weniger besiedelt und intensiv ackerbaulich genutzt. Bis auf wenige Reste ist der Wald weggerodet. Diese Waldreste findet man an den Abbruchkanten der Felsmassive und in den Bachtälern, die das ausgeräumte Ackerland durchziehen.

Auch der Burgberg zu Meißen, die „Wiege Sachsens“ war einst waldbestanden. König Heinrich I. ließ 929 einen „nahe der Elbe gelegenen, mit dichtem Wald bestandenen Berg roden …“. So berichtet es Thietmar von Merseburg in seiner Chronik. Bis heute werden die Flächen genutzt. Wer aus dem Osterzgebirge kommt erkennt sofort den Unterschied. Kein Stein liegt hier im Lössland auf dem Acker herum. Und das Klima ist angenehm. Die Obstblüte beginnt hier um die zwei Wochen eher. Das wusste die Altvorderen genau. Eine Hufe, das heißt das Stück Land, von dem ein Bauer seine Familie ernähren und die Abgaben leisten konnte, umfasste im Gebirge 16 ha und viel mehr je nach Höhenlage, im Meißner Land dagegen 2,2 ha. Wege durchziehen das Land. Kirchtürme grüßen über die Hügel weit ins Land hinaus. Dörfer und Städtchen und die Blüten des Sommers betupfen das Land.

 
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