Sächsische Städte

1188 erhält Freiberg das Stadtrecht, nachdem zwanzig Jahre zuvor auf den Fluren bei Christiansdorf Silber gefunden worden war. Rasant entwickelte sich die Stadt. In den folgenden Jahrhunderten war Freiberg die größte und reichste Stadt Sachsens. Die Sage berichtet: „Einst haben Fuhrleute Salz aus Halle an der Saale geholt, um es in Böhmen einzuführen, als sie nun an die Grenze des böhmischen und meißnischen Gebirges kamen, haben sie in der Gegend, wo jetzt die Stadt Freiberg liegt, in einem Wagengeleiße ein Geschiebe von gediegenem Bleierz angetroffen, welches vom Wasser bloßgelegt worden war. Weil es nun dem Goslarischen Erz nicht ganz ähnlich sah, haben sie dasselbe auf ihren Wagen geworfen und hernach mit sich nach Goslar genommen, da sie bisweilen auch Blei von Goslar an andere Orte geführt. Da nun die Bergleute dieser Stadt gedachtes Geschiebe probirten, so fanden sie, dass es an Silber weit reicher als der Goslarische Glanz- und Bleischweif war, es haben sich also eine Anzahl derselben aufgemacht und nach Anleitung der Fuhrleute dorthin begeben. Dadurch ist die heutige Bergstadt Freiberg nach und nach entstanden, jene Bergleute aber sind, weil ihnen ihr Suchen wohl gelungen, sämmtlich reich geworden.“ So ist es nachzulesen in „Der Sagenschatz des Königreiches Sachsen“ von 1874. Heute lebt die alte Bergstadt Freiberg von ihren vergangenen Zeiten und ihren gegenwärtigen Zeiten. Studentinnen und Studenten bevölkern die Hörsäle der ältesten montanwissenschaftlichen Universität der Welt, gegründet 1765, heute TU Bergakademie Freiberg geheißen. Und sie beleben die Wiesen im Albertpark und die alten Gassen der Stadt. Der Dom St. Marien zu Freiberg beherbergt die Grablege der Wettiner. Das Schloss Freudenstein lässt in seinen Mauern die vielfältige und farbenprächtige Welt der Mineralien leben. Nur zwei der wunderbaren Ziele in Freiberg seien hiermit genannt.

 
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Sächsische Städte

Blick auf Dippoldiswalde

Zoomsymbol Blick auf Dippoldiswalde

Es ist spannend um Dippoldiswalde geworden. In Geschichtsbüchern liest man, dass um 1266 Silberbergbau in der Stadt betrieben worden sei. Drei Fachtagungen der Montanarchäologen haben seit 2010 in der kleinen Stadt im Osterzgebirge stattgefunden. Nicht von ungefähr. Seit einiger Zeit werden mittelalterliche Gruben unter der Stadt untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass das älteste Grubenholz aus den 30er Jahren des 12. Jahrhunderts stammt. Die älteste Urkunde, in der die Stadt erwähnt wird, ist aus dem Jahre 1218. „Bischof Bruno II. von Meißen beurkundet, dass im Streit zwischen Kloster Altzella und Gertrud, der Witwe des Ritters Matthäus von Meißen, über Hufen in Begerwitz und dem Markgrafen Dietrich freundschaftlich verglichen worden ist. Danach habe diese Frau mit ihrem Sohn Rüdiger und zwei Töchtern in Zscheila vor dem Bischof in Anwesenheit des Abtes Gerhard von Altzella aller Klage und Handlung entsagt, worauf der Bischof diese Hufen unter seinen Schutz genommen habe. Weiter bezeugt er (der Bischof), dass Hertwisch von Meißen für das Kloster Altzella einen Weinberg in Zadel für fünf Jahre auf eigene Kosten bebauen wolle. Nach Ablauf dieser Zeit sollen die Aufwendungen und Erträgnisse zur Hälfte an das Kloster und zur Hälfte an Hertwisch und seine Frau Gertrud auf Lebenszeit fallen, nach ihrem Tod aber auch an das Kloster kommen. – Zeugen beider Handlungen sind gewesen: Gunzelin, Dekan von Meißen, Bruning, Abt von Buch, und Berthold, Mönch ebenda, die Pfarrer (Priester) Baldewin von Colditz, Johannes von Dippoldiswalde und Heinrich von Frauenstein, Johannes von Altenburg, Albert von Meißen und viele andere.“ Wenn es in Dippoldiswalde einen Priester gab, musste es also auch eine Gemeinde mit Kirche geben. Zwei Kirchen aus Stein konnte sich die Gemeinde in jener Zeit leisten. Der Bergbau hatte Wohlstand gebracht und die Stadt war ein zentraler Ort der Kirchenlandschaft und wohl auch ein regionaler Handelsort. Nach der ersten Hochzeit des Bergbaus ist Dippoldiswalde zwar Amtsstadt, aber nie mehr wohlhabend geworden. Ackerbau und Viehzucht, Töpferei, Lohgerberei und Handel haben das Leben in der Stadt ausgemacht. Der Ursprung des Namens der Stadt ist bis heute rätselhaft. Das Stadtwappen zeigt einen Einsiedler namens Dippold. …

 
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Blick auf Dresden Richtung Westen

Zoomsymbol Blick auf Dresden Richtung Westen

Dresden im Frühling. Sonnenstrahlen wecken den Sandstein, machen ihn freundlicher. Fontänen versprühen ihren nassen Charme. Die Straßen füllen sich mit Menschen und Blumen. In den Parks werfen die Bäume ihre Kleider über. Zarte Mischungen aus Tönen von Grün. Der Sommer an der Elbe. Die Dampfer tragen über die Wellen nach Meißen und Pillnitz oder weiter. Rund geschliffene Steine liegen am Blauen Wunder. In allen Farben der Erde glänzen sie, umspült von glucksendem Elbwasser. Auf den Wiesen, im heißen Zenit des Sommers immer breiter werdend, springen Menschen, Hunde und Möwen umeinander. Einfach durch die Straßen und über die Plätze schlendern. Unter den Platanen im Brühlschen Garten sitzen und Eis lecken. Der Herbst kürzt die Tage. Dresden öffnet seine Türen: Galerien, Caf├ęs, kleine Läden, Kneipen. Der Wein rieselt von den Hängen. Die Bäume färben ihre Kleider, werfen sie ab und zeigen ihren wahren Eigensinn. An der umnebelten Elbe glauben wir Hoffmanns Gestalten zu sehen. Weihnachtszeit durchströmt die Stadt mit Düften und Lichterglanz. Winter – Dresden ganz in Weiß. Ein zartes Märchen. Permosers Putten tragen weiße Mützchen. Die Brunnen stehen leer und stumm. Der Puls der Stadt schlägt leiser. Sinn und Besinnen. Dresden liegt wie Samt und Seide im Tal der Elbe. Diese Stadt träumt, von den Zeiten, die waren, von den Zeiten, die kommen werden. Der Moment huscht vorbei. Dresden scheint unerschöpflich zu sein. An Gedanken, Geschichten, Träumereien, Lebenslust.

 
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Meißen von oben

Zoomsymbol Meißen von oben

„Fünf Stunden nördlich von Dresden liegt in dem fruchtbaren Elbthale das alte, malerische Meißen. … Wenn man auf der damaligen Poststraße um eine Ecke des Spaargebirges bog, wurde man gar anmuthig von dem Anblick Meißens überrascht, das sich in halbstündiger Entfernung malerisch ausbreitete, hoch überragt von dem mit der Albrechtsburg, dem herrlichen Dom und dem Bischofsthurm gekrönten Burgberg; von diesem aus senkt sich der St. Afraberg mit der Klosterkirche und Fürstenschule zur Stadt und in das Triebischthal hinab, und das ganze, schöne Bild spiegelt sich sammt der Brücke in der vorbeifließenden Elbe. …“ Ludwig Richter schreibt das in seinen „Lebenserinnerungen“. Sieben Jahre seines Lebens hat der Maler, Zeichner und Lehrer in Meißen verbracht. Schöne Bilder aus diesen Tagen haben sich erhalten. Und Meißen selbst? Nach wie vor liegt die alte Stadt malerisch zwischen Elbe und Triebisch; schmiegt sich an den Burgberg, den Plossen und den Jüdenberg. Manches ist verschwunden, Neues hinzugekommen. Dennoch! Meißen muss der Neugierige zu Fuß erkunden. So kann er mittelalterliche Spuren entdecken oder an den unzähligen Portalen der Renaissance vorbeistreifen, dabei immer auf Geschichte und Geschichten treffend. Am und auf dem Burg– und dem Afraberg lässt sich zwischen Albrechtsburg, Dom und Freiheit den Zeitenläufen nachspüren. Meißen nimmt uns auf und zieht uns in sich hinein – Abtauchen in die Schönheit, Vergangenheit und Gegenwart menschlichen Daseins.

 
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Blick auf die Altstadt von Pirna

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Um 1240⁄45 hat Markgraf Heinrich der Erlauchte Pirna das Stadtrecht verliehen. Ungefähr 20 Jahre später erlangte die Stadt das Stapelrecht. Das bedeutete, dass alle Waren, die zu Wasser oder zu Land die Stadt passierten „drei Sonnenscheine“, also drei Tage feil geboten werden. Dank der guten Lage der Stadt versprach das Leben und Gewinn für die Bewohner. Zu der Zeit konnten die Dresdner, die noch nicht mal Stadtbürger waren von Bedeutung und Wohlstand nur träumen. Kennen Sie das: „Wenn das Geld im Säck'l klingelt, die Seele in den Himmel springet.“? Der das so oder ähnlich gesagt haben soll, ist in Pirna geboren worden – der Dominikanermönch und Ablasshändler Johannes Tetzel. Sein Geburtshaus steht noch heute. Bezeichnenderweise mit einer uralten und in Sachsen seltenen Dachdeckung, der Mönch- und Nonnendeckung. 1845 beschreibt C.H.W. Münnich die Stadt an der Elbe folgendermaßen: „Die Stadt ist größentheils aus Sandsteinen und zum Theil gut gebauet sowie gepflastert und hat auch Straßenbeleuchtung. Die meisten Häuser haben zwei bis drei Stockwerke und viele ein sehr freundliches Äußeres. An dem linken Elbufer herabkommend, gelangt man durch die Schiffthorvorstadt in das Innere, wo links, zwischen dem Schloßberge und dem Markte, die Stadtkirche steht. Der Marktplatz in Pirna nimmt nur einen kleinen Raum ein, bildet aber ein regelmäßges Viereck, in dessen Mitte das zwar restaurierte, aber immer noch alterthümliche Rathaus steht, an welches man 1718 einen 36 Ellen hohen Thurm angebauet hat. … Den Marktplatz umgeben größtentheils hübsche, zweistöckige Häuser, unter denen die Apotheke, einige Gasthäuser und verschiedene Waarengewölbe sind.“ Viel hat sich daran nicht geändert. Die Häuser erstrahlen im alten Glanz und trotzen jedem Hochwasser, wie auch das Peter-Ullrich-Haus, das das Tom-Pauls-Theater beherbergt.

 
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